Ein Artikel aus der aktuellen Ausgabe
Gelungenes Gemeindekonzert begeistert und verbindet
Wer hätte das gedacht? Als am Sonntag, den 22. Februar, um 16:00 Uhr die letzten Soundchecks abgeschlossen waren, fanden so langsam die ersten Zuschauer den Weg in unsere Kirche.
Die Bänke füllten sich zusehends und die anfängliche
Skepsis: „bekommen wir die Kirche überhaupt voll“, wandelte sich in: „hoffentlich haben wir genügend Stühle“. Zu Beginn des Konzerts waren dann alle Stühle vergeben, Mittelgang und
Empore zusätzlich mit Zuschauern gefüllt und damit schon mal die perfekten Rahmenbedingungen für das erste Ohler Gemeindekonzert geschaffen.
Unsere Pfarrerin Anju Laddach kommentierte dies in ihrer
Anmoderation mit: „Wenn hier jetzt noch ein Weihnachtsbaum
stünde, könnte man meinen, es sei Heiligabend“.
Jetzt hieß es abwarten, ob die Liedauswahl den Nerv des Publikums treffen und die Erwartungen erfüllt würden. Schließlich waren ja im Vorfeld ein breiter Mix an Musikgenres und eine
Vielfalt an Instrumenten und Stimmen angekündigt worden.
Und so ging es dann auch direkt los mit dem mehrstimmigen
70-er Jahre Klassiker „Hymn“ von Barclay James Harvest mit Gitarre und mehrstimmigem Gesang von Henning Schewe,
Kerstin Siepmann-Hücking und Boris Langenberg und
mit dem Orgelklang des Originals, den Bastian Schewe am E-Piano besteuerte.
In der jetzigen Zeit durfte natürlich auch ein Friedenslied nicht fehlen und so folgte als nächstes „Es ist an der Zeit“ von
Hannes Wader. Beim Lied „Country Roads“ von John Denver sang das Publikum euphorisch mit. Überhaupt war das Konzert auf bekannte Stücke ausgelegt, so dass das Publikum bei vielen Stücken mindestens den Refrain mitsingen konnte und dies auch mit Inbrunst tat. Damit das gelang, wurden im Vorfeld Texte ans Publikum verteilt.
Stücke wie „Those were the Days my Friend (Mary Hopkin),
Über den Wolken (Reinhard Mey), Hallelujah (Leonhard Cohen), American Pie (Don McLean), Möge die Straße und the Boxer (Simon & Garfunkel)” wurden nicht nur von den 3 Sängern
auf der Bühne vorgetragen, sondern auch vom Publikum mitgesungen.
„The Boxer“ wurde dazu noch an den passenden Stellen mit einem „Schu Pla“ von einer passionierten Zuschauerin unterlegt.
Diese entspannte Atmosphäre verlieh dem Abend schon ein wenig den Charme eines Wohnzimmerkonzerts.
Mit den beiden Orgelstücken „Jesu bleibet meine Freude (J.S. Bach) und Präludium in G-Moll (Buxtehude)“
konnte unsere Organistin Katja Grass ihr großes Können an der Orgel unter Beweis stellen. Klänge, die man sonst so gar nicht von
der Ohler Orgel kannte, ließen die Kirche erbeben.
Henning Schewe sagte dazu: „Sie holt so ziemlich alles aus der Orgel raus, was diese zu bieten hat. Das ging durch Mark & Bein.“
Ein Instrument, das früher zu fast jedem Lagerfeuer dazu gehörte, durfte an diesem Abend ebenfalls nicht fehlen: die Mundharmonika.
Leon Richow spielte die Mundharmonika erstklassig, gekonnt und selbstsicher und hatte dazu das vorgetragene Stück auch noch
selbst komponiert. Dafür erntete er sehr großen Applaus.
Ein besonderes Highlight des Abends war, dass viele Stücke, wie „Sad Lisa (Cat Stevens)“ oder „Hallelujah (Leonhard Cohen)“, von
Bastian Schewe am Klavier und Finja Schäfer mit ihrer Geige begleitet wurden. Mit dem nur von Klavier und Geige gespielten Klassiker „Over the Rainbow“ konnten die beiden zeigen, wie gut sie ihre Instrumente beherrschen und wie gut sie im wahrsten Sinne des Wortes harmonieren. Tolle Harmonien, gefühlvoll und virtuos
vorgetragen, wurden mit reichlichem Applaus belohnt.
Finja Schäfer begeisterte das Publikum zu sätzlich noch mit einem Solo auf ihrer Geige.
Was wäre ein Gemeindekonzert ohne Pfarrerin, Küster und Presbyterium? Es bedurfte teilweise einer gewissen Überredenskunst, aber am Ende standen Anju Laddach, Uwe Boese und Jörg Reininghaus gemeinsam mit allen Musikern auf der Bühne und sangen, begleitet von der Gitarre, „Amazing Grace“ in einer
deutschen Fassung.
Mit „Gute Nacht Freunde“ von Reinhard Mey, vorgetragen von allen Musikern und mitgesungen vom Publikum, endete ein Konzert,
das es in dieser Form und Vielfalt in Ohle noch nicht gegeben hatte. 20 Stücke leidenschaftlich vorgetragen von 10 Künstlern, mehrstimmig gesungen und begleitet von 5 unterschiedlichen
Instrumenten, waren dem Publikum langanhaltende Standing Ovationen wert.
Sichtlich zufrieden mit dem Verlauf des Konzerts dankte Anju Laddach allen Mitwirkenden und schloss mit einem Gebet, in dem sie die Musik als besondere Gabe Gottes würdigte. Musik verbindet
die Menschen miteinander und lässt Gemeinschaft spürbar werden. Auch im Nachgang gab es viele positive Stimmen, Lob
und Dankbarkeit und zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich der Aufwand für Liedauswahl, Organisation, Technik und die
gemeinsamen Proben definitiv gelohnt hat. Henning Schewe